Stromverbrauch PC: Wie hoch sind die Kosten fürs Gaming?

Wie wird der Stromverbrauch PC errechnet? Die Schwierigkeiten fangen bereits bei der Ausstattung an. Nicht jeder Gamer hat die gleiche Konfiguration daheim. Angeschlossene Geräte können, ebenso wie der Monitor, ebenfalls unterschiedlich viel Energie verbrauchen.

Vielfach wird davon ausgegangen, dass die Leistungsstärke des Netzteils beim Computer den Stromverbrauch regelt. Dies ist nicht grundsätzlich verkehrt, es handelt sich aber immer um den maximalen Wert, welcher nicht immer erreicht wird. Tatsächlich kann dieser sogar überschritten werden, wobei das Netzteil jedoch heiß läuft.

Aber jetzt mal näher ins Detail!

Stromverbrauch PC: Diese Komponenten spielen mit hinein

Die Frage beim Stromverbrauch PC muss lauten: Wie viel Watt wird tatsächlich verbraucht? Hier sind die einzelnen Bestandteile zu untersuchen:

  • Mainboard (auch Motherboard oder Hauptplatine genannt)
  • Prozessor oder CPU (z.B. Intel Core i7 oder AMD Athlon)
  • Arbeitsspeicher Module
  • (Anzahl) Lüfter
  • (Menge) Festplatten (auch SSD)
  • Netzteil mit Wattleistung
  • Laufwerke (CD, DVD und Blu-ray)
  • Soundkarte
  • USB-Gerätschaften
  • Netzwerkkarten
  • PCI-TV-Card
  • Monitor
  • Tastatur und Maus
  • Weitere angeschlossene Geräte (Scanner, Drucker, Kopierer, etc.)

Anhand dieser vielen Faktoren wird deutlich, dass es nicht möglich ist eine allgemeingültige Aussage zu treffen. Ein hochkompetenter Gaming PC (High-End) könnte beispielsweise 485 Watt verbrauchen. Mit dieser greifbaren Zahl können wir, unter Zuhilfenahme der Zeit, einen Verbrauch in Euro errechnen. Gerechnet wird mit einem Strompreis von 0,28 Euro je Kilowattstunde (kWh).

Watt Tage im Jahr Stunden am Tag Jährliche Stromkosten
485 365 8 396,39 Euro
485 300 4 162,90 Euro

 

Die erste Spalte geht von einer Nutzung an 365 Tagen im Jahr, zu je acht Stunden aus. Dies ist beim Gaming unwahrscheinlich, womit der ausgerechnete Stromverbrauch PC und somit auch die jährlichen Kosten unrealistisch sind. In der zweiten Reihe wurden 65 Tage Spielpause (Urlaub, Krankheit und andere Tätigkeiten) eingeplant. Zudem wurde die Spieldauer auf vier Stunden täglich (für die arbeitende Bevölkerung noch immer viel) reduziert. Hier sind es „nur“ noch Kosten in Höhe von 162,90 Euro.

Tatsächlich muss ein weiteres Mal relativiert werden. Denn nur wenige Gamer werden einen entsprechenden High-End Rechner haben, um diese Summen zu erreichen. Die Dauer an Tagen und die tägliche Sitzungslänge sind nach wie vor hoch angegeben. Und um fair zu bleiben, würden auch Ausgaben entstehen, wenn nicht gespielt wird. Häufig ist die Alternativbeschäftigung Fernsehen. Hier wird folglich auch Strom verbraucht, welcher theoretisch noch gegengerechnet werden müsste.

Auf der Seite von Rösner-IT wird ein Rechner angeboten, welcher den Stromverbrauch PC zu ermitteln vermag. Als Alternative wird dort ein „Green-PC“ vorgestellt.

Wie kann der Stromverbrauch am PC reduziert werden?

Auch der Pro Gamer kann sparen! Die offensichtlichste Variante soll eingangs vorgestellt werden. Durch einen Strompreisvergleich auf www.strom-anmelden.eu wird gegebenenfalls ein günstigerer Energiepreis geboten, welcher die Gesamtkosten (nicht nur vom Gaming-PC) senkt.

Weitere Möglichkeiten zum Stromsparen:

  • Seltener Wechseln: Spieler werden es ungerne hören, aber auch bei der Herstellung von Komponenten wird Strom verbraucht. Daher ist ein seltenerer Wechsel des Computers eine wirkungsvolle Art Energie zu sparen (aber nicht im eigenen Haushalt).
  • Bildschirmart: Ein Flachbildschirm verbraucht, bei besserer Qualität, auch weniger Energie. Wer noch eine Röhre im Einsatz hat, sollte über eine Neuanschaffung nachdenken.
  • Kippschalter: Eine Steckdose, welche den Stromverbrauch PC unterbricht, ist in der Lage die fortwährende Energieentnahme zu unterbinden.
  • Einstellungen: Im Betriebssystem (Windows, Linus, Ubuntu und Co.) sollte der Bildschirmschoner ausgeschaltet werden. Dieser verbraucht mehr Strom, als der PC im gewöhnlichen Zustand. Weiterhin wird gespart, wenn bei Inaktivität direkt in den Energiesparmodus geschaltet wird.
  • Netzteil Zertifizierung: Mit der „80 Plus“ Zertifizierung wird ein Netzteil ausgezeichnet, welches einen Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent erreicht. Die zusätzlichen Bezeichnungen „Bronze“, „Silver“, „Gold“ und „Platinum“ erhöhen den Leistungsgrad.
  • Router Nachtabschaltung: Wer benötigt nachts, vielleicht zwischen 1 Uhr und 7 Uhr morgens schon Internet und Telefon? Viele Geräte verfügen über eine Nachtabschaltungsfunktion, welche ebenfalls Energie einspart.
  • Optische Highlights: LED nimmt nicht viel Strom weg. Aber sind beleuchtete Gehäuse, Mäuse und Tastaturen wirklich nötig?
  • Ausschalten: Der PC selber ist abzuschalten, sollte er nicht genutzt werden. Auch Peripherie-Geräte können bei Nichtbenutzung vom Stromnetz getrennt werden.
  • Energieeffizienzklasse: Monitore der Energieklasse A oder besser sind bei der Wahl, in Bezug auf die Einsparung, vorzuziehen.

Mit diesen Tipps kann der Stromverbrauch PC effektiv verringert werden.